Trachten

Aus Kärnten Chronik

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Inhaltsverzeichnis

Die Kärntner Landestracht

Kärntner Anzug

Ende des 19. Jahrhunderts trugen die meisten Kärntner Trachtenträger einen grauen Rock mit grünem Kragen nach dem steirischen Vorbild Erzherzog Johanns. Die im Jahre 1910 gegründete Kärntner Landsmannschaft schuf ein Jahr später zur Festigung des Landesgedankens auf der Grundlage einer Kanaltaler Trachtenüberlieferung das zunächst kastanienbraune, dann haselnußbraune „Kärntner Gwandl“. Den Entwurf lieferte der Villacher akademische Maler Resch. Der Kragen ist grün, das schwarze Samtleibchen mit gesticktem Blumenmuster hat zwölf silberne Kugelknöpfe. Schon damals konnte man zwischen einer gleichfarbigen, braunen Hose oder der festlicheren Variante mit der schwarzen Hose wählen. Damit war – nach dem Steireranzug – der zweite österreichische Landestrachtenanzug geboren, alle anderen Bundesländer folgten erst nach dem zweiten Weltkrieg.

Seither gab es ständige, behutsame Erneuerungen entlang der Leitlinien SCHÖN – ZWECKMÄSSIG – ZEITGEMÄSS. Die oft noch getragenen braunen Hosen mit den breiten grünen „Lammpassen“ waren nie trachtenecht, sondern sind steirisch beeinflußt. Die neue Entwicklung geht zu feineren, dünneren Stoffen, das Braun entwickelt sich zum grau-braun, beliebt ist der neue Rock mit dem Stehkragen.

DAS KÄRNTNER KOSTÜM für die Damen erlebt heute durch den neuen flotten Schnitt und die dünnere, leichte Stoffauswahl eine wahre Renaissance. Die Variante mit der Schößljacke ist auch mit einer Hose kombinierbar.

DAS KÄRNTNER DIRNDL ist eine tragbare, für jeden Anlass passende Alltagsdirndlform: Kleingepunkteter Blaudruck-Baumwollstoff, schwarze oder weiße, blau-rot gestreifte Schürze.

Die Kärntner Tracht - ein seelischer Haltegriff!

Dr. Wolfgang Lattacher

Der Tracht begegnet man in Kärnten in verschiedenartiger Weise. Sie ist heute nicht mehr die allgemeine Kleidung der Bevölkerung unserer Täler, wie sie es einmal war. Sie ist als Gemeinschaftskleidung zumeist brauchtumsgebunden und ein wichtiger Teil im Jahres-bzw. Lebensbrauch unseres Landes. Unterschiede des Ranges, Standes, der Religion oder Politik werden äußerlich überwunden. Die Anbindung an die Heimat, das Gefühl der Geborgenheit für Körper, Geist und Seele gibt der Tracht heute eine Funktion, die über den notwendigen Schutz, den Kleidung zu bieten hat, hinaus.

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Historische Trachten

originale Lesachtaler Frauentracht


Gegenwärtige Trachten

Mallnitz: Winterdirndl, Festkleid, Männertracht, Festtracht, Sommerdirndl, Sonntagstracht


Trachtenentwicklungen in Kärnten

Nationalparkdirndl und Männergewand

Nationalparkdirndl und Männergewand

Die Idee von Herrn Landesrat Uwe Scheuch ein „Nationalparkdirndl“ zu entwerfen, wurde mit der Kärntner Heimatwerk Gesellschaft mbH umgesetzt.

Die Anforderung dieser Einkleidung war es, ein Dirndl als auch eine Herreneinkleidung zu gestalten die die Region widerspiegelt, schlicht gehalten ist und in den Details Rücksicht auf die bereits bestehenden Trachten der Region Nationalpark nimmt.

Die Herreneinkleidung umfasst Jacke, Gilet, Krawatte, Hose und Hemd. Bei den Herrenjacken stehen ebenfalls zwei Modelle zur Auswahl. Eine Stehbrustjoppe und eine Reversjacke. Auch hier wurde besonderes Augenmerk auf den Stoff gelegt. Die Qualität ist als „Jahresqualität“ aus reiner Schurwolle zu sehen und weist als Muster ebenfalls einen Fischgrat auf, der in braun-grau meliert ist.


Die Dameneinkleidung umfasst ein Dirndl mit Schürze und eine abgestimmte Dirndlbluse. Zwei Dirndlschürzen stehen für die Trägerin zur Auswahl.

Die Materialien, Knöpfe und Stoffe wurden exklusiv für die Region entworfen und abgestimmt. Auf Naturmaterialien wie Leinen, Baumwolle und Schurwolle wurde großer Wert gelegt.

Der Oberstoff für das Dirndl, als auch für das Herrengilet ist eine exklusive Sonderanfertigung. Das in Naturtönen gehaltenen Fischgratmuster symbolisiert die Bergwände der Hohen Tauern. Die Eingewebten Blumen spiegeln die schöne Alpenlandschaft wieder. Das dezent eingewebte Logo des Nationalparks Hohe Tauern unterstreicht die Aussage der Einkleidung. Die Knöpfe sind ebenfalls mit einem feinen, eingravierten Logo versehn und für die Herrenjacke in Hirschhorn eingelegt. Der Ausschnitt der Dirndlbluse wird mit einem separat angesetzten Volant begrenzt und soll einen „Wasserfall“ beschreiben.

Im Farbkonzept wurden die Farben der Region und der bereits bestehenden Trachtenlandschaft berücksichtigt. Es wird eine Rote und eine blaue Farbvariante geben, wobei das Grundmuster in den Farben gleich bleibt und sich nur die Farbe der Blüte ändert. Die Nationalparkeinkleidung soll die Vielfalt der Region widerspiegeln und die bestehende Trachtenlandschaft erweitern. Als originale „Tracht“ kann sie noch nicht angesehen werden, da dieses Privileg erst nach ca. 40 Jahren in Kraft treten darf, das heißt, wenn die Einkleidung als solches von der Bevölkerung angenommen wird und getragen wird.


Schneerosendirndl

Schneerosendirndl_im_Rosengarten_Villach.jpg



Gnesauer Tracht

Beschreibung:

Tracht bedeutet – Symbol für Gemeinsamkeit, Zugehörigkeit unserer Kultur.

Die Gnesauer Tracht symbolisiert unsere Gegend und enthält die Farben des Gnesauer Wappens.

Der Latz deutet die Rundungen unserer Berge an. Die silberne Umrahmung des Wappens stellt den festen Zusammenhalt der Gnesauer Bevölkerung dar. Das Wappen das gute Zusammenleben zwischen Katholiken und Protestanten. Der mit 3 Bändern besetzte Rücken stellt unsere 3 Kirchen dar. Die Außenbänder in Silber gefasst, die Kirche in Gnesau und das Kloster in Zedlitzdorf, welche sehr prunkvoll sind. Das mittlere Band die Schlichtheit der evangelischen Kirche in Weißenbach.

Die Metallknöpfe des Wappens sind am Herrengilet zu sehen und die Anzahl der Knöpfe sind die 12 Täler Kärntens.

Durch das Tragen der Tracht wertschätzen wir die Gemeinschaft sowie die Tradition im Wandel der Zeit.


Längsseedirndl

Längseedirndl

Das Längseedirndl und die Männertracht wurden in Zusammenarbeit der Gemeinde Lausdorf mit dem Kärntner Heimatwerk entwickelt. Das Ziel dieser gemeinsamen Arbeit war ein Dirndl, welches sich in die Kärntner Trachtenlandschaft einfügt aber vor allem auch regionale Aspekt miteinbezieht. Insbesondere wurde bei der Farbwahl auf die Farben des Gemeindewappens Rücksicht genommen. Die Farben "Schwarz - Rot - Gold" werden vorwiegend verwendet.

Materialien des Längseedirndl:

  • schwarz/goldener Seiden-Punkt
  • Wollsatin
  • Wollbrokat
  • Seidenstreif

Die Schnittform entspricht mit dem eckigen Ausschnitt den Trachtenbestimmungen des Kärntner Trachtenarchives. Die edle Schürze wird in mehreren Farben angeboten.

Männertacht: Die Männertracht besteht aus einer Trachtenjoppe, einem Gilt, einer schwarzen Hose, einem Hemd und einer farblich abgestimmten Krawatte


Villacher Sommerdirndl

Villacher Sommerdirndl in seiner Farbenvielfalt

Angelehnt an die bereits bestehende Villacher Tracht, hat das Villacher Sommerdirndl einen ebenso herzförmigen Drautaler Ausschnitt, umrandet mit einer Blende aus dem jeweiligen Rockstoff und einer zarten, weißen Litze.

Für dieses frische Sommerdirndl werden alle satten Farben in Betracht gezogen. D. h., Oberteil immer einfärbig, z. B. rot, grün, blau, weinrot, dazupassend in gleicher Farbe der Rock im traditionellen Punkt.

Schürze hellgrundig oder in Kontrastfarbe mit dezentem Streif.

Die Bluse hat einen Puffarm mit Bündchen oder Gummizug mit Spitze. Der Smoke ist passend zum Oberteil färbig gestickt.


Koralmtracht

Koralmtracht

Koralm - Damentracht


Auf vielfachen Wunsch der Bevölkerung entstand die Koralmtracht. Reinseidenoberteil, Wollsatinrock und Reinseidenschürze sind die Materialien. Der flach herzförmige Ausschnitt mit Samtbandabschluss ist von einer wunderschönen Gold und Silberstickerei umgeben. Wegen der großen Speikvorkommen auf der Koralm ist die Speikblume entlang des Ausschnittes in Handarbeit eingestickt.

Koralm - Männertracht:

Nach Absprache mit Dr. Wolfgang Lattacher hat Designerin Ulli Seebacher die Tracht entworfen.

Die Grundfarbe der Jacke ist anthrazit, die Lavanttaler Männertracht ist im Unteren Lavanttal grün, daher wurde diese Farbe für die Einfassung gewählt.

Die Farbe der Oberlavanttalertracht ist blau, deshalb wurde blau für das Reinseigengilet genommen. Wegen der Speikvorkommen auf der Koralm ist am Ende der Rückenfalte die Speikblume in Handarbeit eingestickt. Hornknöpfe mit Silber deuten auf den Silberabbau im Lavanttal hin.

Saualmtracht

Als Vorlage für die Saualmtracht wurde die Lavanttaler Sonntagstracht und die Jauntaler Sonntagstracht genommen. Der flach herzförmige Ausschnitt mit den kleinen Plisseefalten ist typisch für das Lavanttal, die doppelte Samtbandverzierung ist typisch für das Jauntal. Feiner Hexenstich in Gold und Silber zwischen den Samtbändern. Reinseidenbrokat im Oberteil, Wollsatinrock und Seidenschürze. Farbig abgestickte Puffarm oder Schiebearmbluse.


Granatdirndl

Granatdirndl

Der Granat Seit Jahrzehnten fasziniert der Granat-Eledstein die Menschheit. Schon in der Antike wurden Granate als Schmucksteine genutzt. Im Mittelalter waren sie zusammen mit Rubinen unter der Bezeichnung Karfunkel (auch Karfunkelsteine) bekannt und wurden auch „Blutstropfen Christi“ genannt.

Von vielen bekannten Mineralienarten ist der Granat einer der wenigen, der als Edelstein bezeichnet werden darf. Er zeichnet sich durch seine blutrote Farbe, seine Härte, sowie seine hohe Lichtbrechung aus.

Die meisten natürlich gefundenen Schmuckstein-Granate stammen heute aus den USA, aus Südafrika und Sri Lanka. Bei uns in der Gegend findet man den Granat in der Umgebung von Radenthein sowie auf der Millstätter Alpe.

Das Kärntner Granat-Dirndl

Sommerdirndl In zwei traditionellen Baumwolldrucken – weinrot bzw. schwarz getupft. Oberteil und Rock sind durchgehend aus gleichem Material.

Oberteil Das Dirndl hat einen runden Ausschnitt, Armlöcher und Ausschnitt sind mit gleichem Stoff paspoliert. Der Rückenteil ist glatt ohne Teilungsnähte. Das gefütterte Oberteil hat einen perfekten Sitz und machte eine sehr schöne Figur. Ein besonderer Hingucker sind die Granatknöpfe, die gemeinsam mit einer Spittaler Firma entworfen worden sind.

Der Rock Ist eine reine Handarbeit, der in Handstehfalten gestiftet wird. In der linken Rockhälfte befindet sich der traditionelle Kittelsack.

Eine besondere Augenweide ist die neu entworfene Granatschürze. Auf champagner-färbigem Uni-Baumwollgewebe wird der Granat mittels kompliziertem Verfahren bestickt. Um der Schürze einen schönen Fall zu geben, werden die Granaten so gestickt, dass der Abstand für die gezogene Handarbeit unproblematisch genutzt werden kann.

Die Bluse wird in zwei Varianten ausgeführt – modisch (Wallmann-Bluse) und traditionell (Puffarmbluse mit Gummizug und Spitze, im Vorderteil Handstehfalten, Ausschnitt mit Hexenschnitt versehen).

Granat Samt Dirndl (Festlich)

Oberteilstoff in sich getupfter BW-Stoff in schwarz oder rot mit bestickten Granaten, Halsausschnitt und Armlöcher werden mit uni Samt paspoliert. Das Mieder wird durch die Kärntner Granatknöpfe hervorgehoben. Rock aus glattem Wollstoff (reine Schurwolle) werden Handstehfalten gezogen! Schürze in sich gemusterte Seiden Polyestermischung Glänzend oder matt – handgezogen. Dazupassend – Allgemeine Bluse Puffarm mit Bündchen oder Gummi + Spitzenabschluss. Aufwendige Stickerei bei Hals und Ärmel in schönen Granatrot.


Hochzeitstrachten

Heiraten in der Wörtherseetracht

Eine echte Kärntner Tracht ist etwas ganz Besonderes. Handgemacht, entsprechend den speziellen Wünschen der Trägerin angepaßt, mit viel Liebe zum Detail.

Aus diesem Grund besteht immer öfter der Wunsch vieler Brautleute, den schönsten Tag in ihrem Leben in Tracht zu feiern. Die Wahl edler Stoffe und Accessoires verleihen der Braut das Gefühl der Einzigartigkeit.


Arten von Trachten

Mann in Tracht
  • Trachten aus dem Lavanttal
    • Granitztalertracht-Trachtengruppe, Tracht der Trachtengruppe Bad St. Leonhard, Wolfsberger Bürgerkleid, Alt-Lavanttaler Tracht, St. Andräer Festkleid, Theißeneggertracht, Zirbenland Festtracht, Reichenfelsertracht, Tracht der Trachtengruppe Decrignis St. Michael, Tracht für St. Ulrich-Eitweg, Tracht für Frantschach-St. Gertraud, Saualmtracht, Koralmtracht, Michaelertracht, Erneuerte Lavanttaler Sonntagstracht
  • Trachten aus der Region Villach
    • Fürnitzer Tracht, Gailtaler Tracht, Villacher Tracht, Rosentaler Festtracht, Bleiberger Festtracht, Bodensdorfer Tracht, Gegendtaler Tracht, Arnoldsteiner Tracht, Wernberger Tracht, Faakersee Tracht, Goldhaubenfrauen der KLM Villach, Untergailtaler Tracht


Festtagstrachen

Hauptartikel: Festtagstrachten

Es gibt drei Festtrachten, die sehr eng an die Überlieferung geknüpft sind: Die Lesachtaler, die Untergailtaler und die Rosentaler. Hier musste die Trachtenerneuerung der 1950er Jahre nicht massiv eingreifen, sie wurden und werden gerne getragen und sind über Brauchtumsveranstaltungen in die Volkskultur eingebunden.


Wege zur Tracht

Hauptartikel: Wege zur Tracht

Die behutsame Weiterentwicklung der regionalen Trachten ist mehr als bloße Pflege überkommener Formen, Stoffe und Farben. In allen Geschäftsstellen des Kärntner Heimatwerkes werden heute echte, aber erneuerte Trachten angeboten. Solide Trachtenerneuerung wird in allen Bundesländern von den Heimat-werken - und nur von diesen - durch Überblick, Verantwortung und Behutsamkeit vor dem Hintergrund jahrzehntelanger Erfahrung – gespeichert im KÄRNTNER TRACHTENARCHIV – geleistet.


Trachtenerneuerung

Trachtenerneuerung ist ein behutsamer, wenngleich auch zunehmend dynamischer Prozeß, bei dem folgende Kriterien im Mittelpunkt stehen:

  • Behutsamkeit – für die Volkskultur typische Überlieferungstreue
  • Verortung – regional und lokal gebunden
  • Überschaubarkeit – sie bietet Identität und Sicherheit
  • Tragbarkeit – schneidertechnisch, handwerklich und stofflich einwandfrei

Es kann für den volkskulturellen Echtheitsanspruch nur eine Institution verantwortlich sein, um nicht der Beliebigkeit und Zersplitterung das Wort zu reden. Jahrzehnte lange Erfahrung und Diskussionen mit allen Beteiligten garantieren den Erfolg der Trachtenerneuerung.

KULT ist nicht die Aufgabe eines Heimatwerkes, das besorgen andere besser – das Heimatwerk ist Beratungs- und Anlaufstelle für die Sehnsucht nach Geborgenheit und Sicherheit in unübersichtlichen Zeiten.


Die Zukunft der Tracht

Frau in Tracht

Es geht nicht mehr um den Gegensatz zur Moderne, zum modernen Leben oder zum Fremden. Das sind eingebildete Gegensätze. Heute könnte sie im Europa der Regionen wieder eine neue, tolerante und internationale Schlagseite bekommen.

Die Dynamik der Tracht, ihre Veränderungen und Anpassungen an die moderne Gesellschaft, ihre prinzipielle kulturelle Offenheit und ihre Freiräume, das sind die Chancen für die Zukunft.

Herzlichen Dank!

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